Bildkomposition

Eigentlich ist die Bildkomposition oder auch Bildgestaltung eine der wichtigsten Tätigkeiten beim fotografieren, wenn nicht die wichtigste neben dem eigentlichen auslösen.
Welcher Bereich soll den Betrachter bannen, was kann unscharf sein und wo platziert man den scharfen/spannenden Teil? In der Fotografie gibt es dahingehend einige Leitlinien, die hilfreich sind. Aber auch hier gilt wie immer: Jede Regel kann/darf/muss gebrochen werden um ein Foto interessant zu gestalten.
Bildgestaltung umfasst natürlich viele Komponenten. Ich setze an dieser Stelle mal voraus, das wir von richtig belichteten und scharfen Fotos reden, wobei natürlich auch unscharfe oder kreativ belichtete Fotos ihre Berechtigung haben. So beschränke ich mich hier in der Kurzfassung auf:
Drittel Regel und Goldener Schnitt
Foto Laien und Anfänger machen sich über Bildgestaltung wenig oder gar keine Gedanken. Solche Aufnahmen bezeichnet man für gewöhnlich als Schnappschuss – das Foto wird ohne großes Nachdenken aufgenommen. Das Ergebnis ist dann oft enttäuschend, von unscharf bis langweilig und nicht zeigbar^^. Wenn ich mir aber vor dem ersten Foto schon -wenn auch nur kurz- Gedanken darüber mache, was ich denn fotografieren will, werden die Fotos schon gleich etwas besser. Der erste Gedanke sollte natürlich sein von wo ich aufnehme. Habe ich meinen Standpunkt gefunden, komme ich zum wesentlichen.

Die Drittel Regel:
Bei der Drittel-Regel wird das Bild gedanklich in neun Teile geschnitten(inzwischen fast alle Kameras inkl Handys ein Einblendungsmöglichkeit von einem entsprechenden Gitternetz im Sucher) Man zieht zwei waagerechte und zwei senkrechte Linien, so dass alle neun Teile gleich groß sind. Das zu fotografierende Motiv wird an einem der vier Schnittpunkte angelegt, man kann es aber auch längs einer Linie platzieren.

drittel
Bei diesem Bild ist der Biker genau im Schnittpunkt und er hat genug Platz um vorstellbar nach unten rechts weg zu fahren = Dynamik im Bild.
Da wir Menschen am liebsten von oben links nach unten rechts gucken (übrigens Weltweit) ist der linke Schnittpunkt ein klarer Favorit, aber es gilt auch hier: Jede Regel darf gebrochen werden.

Der Goldene Schnitt:
Der goldene Schnitt funktioniert ganz ähnlich, allerdings diesmal mathematisch richtig. Das hört sich dann so an:
Als Goldenen Schnitt bezeichnet man das Teilungsverhältnis einer Strecke oder anderen Größe, bei dem das Verhältnis des Ganzen zu seinem größeren Teil dem Verhältnis des größeren zum kleineren Teil entspricht. Als Formel ausgedrückt:
Golden_svg
Im Bild ausgedrückt:
goldener
Ihr seht der Unterschied ist gar nicht so groß. Aber es funktioniert in beiden Versionen recht gut und ein Foto kann dadurch ein spannendes Foto werden und die Betrachter begeistern. Der Goldene Schnitt ist auch an vielen Beispielen in der Natur zu finden, sei es das Verhältnis des Zweiges zum Ast oder die Länge des Fingers zur Hand. Dieses Phänomen ist unter anderem schon von Leonardo da Vinci und Fibunacci dokumentiert. Aber das durchbrechen der Regeln schafft immer wieder neue Kreativität. Wer sich allerdings etwas daran hält wird viele schöne Bilder schaffen und nicht nur Schnappschüsse.
In diesem Sinne: sei Kreativ