Wieviel Megapixel braucht der Mensch?

Es herrscht der allgemeine Pixelwahn. Lange Zeit war es das Ziel der Hersteller immer mehr Megapixel Sensoren in ihre Kameras einzubauen. Durch den Hype wurden auch die Benutzer in den Pixelwahn getrieben und es herrscht heute immer noch die vorherrschende Meinung, das mehr Pixel auch gleichbedeutend ist mit besseren Bildern (davon mal abgesehen das man ein gutes Foto auch erst mal ‘schiessen’ muss). Um es kurz zu machen: DEM IST NICHT SO!
Die neue Lumix von Panasonic hat inzwischen sogar wieder weniger Pixel als der Vorgänger.
Das hat einfache Gründe:
Die einzelnen Lichtempfindlichen Pixel berechnen die Farben/Töne aus dem Farbtemperatur Unterschied zum Nachbarpixel, bzw sind lichtspezifisch empfindlich. Je mehr ein einzelner Pixel(umgangssprachlich ausgedrückt)an Licht aufnehmen kann, desto besser. Kann die Kamera keinen berechnen, wird der nächste Pixel dazugezogen (im Sinne der Interpolation). Bei gleicher Pixelzahl sind auf einem kleinen Sensor die Interpolationen häufiger, als bei einem größeren. Hierbei kann es durch Fehlinterpretationen bei der Berechnung zu Farbfehlern bei eintönigen Flächen kommen: das Bildrauschen.
Daraus folgt erstmal die erste Schlussfolgerung:
Je größer die Sensorfläche bei gleicher Pixelzahl—desto besser wird die Bildqualität. Reine Pixelzahlen sagen erstmal nicht mehr, als das der Zoomfaktor am Bildschirm größer wird. Ich kann also bei hohen Pixelzahlen besser am Monitor reinzoomen und den Bildausschnitt ohne scheinbaren Qualitätsverlust betrachten.
Jetzt zur Praxis.
Es wird gerne behauptet das man größere Ausdrucke(z.B. 40cm x 60cm) nur mit hohen Pixelzahlen in sehr guter Qualität produzieren kann. Man kann diese These allerdings rechnerisch widerlegen, dazu betrachtet man einfach das Sichtfeld des Menschen in Relation zum Abstand zum Objekt. Der Mensch hat ein Blickfeld von ca 180 Grad, der Bereich wo wir alle Farben erkennen können beträgt allerdings nur ca 90 Grad. Wir können also nur ein Bild als Knackscharf empfinden wenn wir es zur Gänze erfassen können.
Die allgemeingültige Formel für die Betrachtung eines Bildes sagt, das der beste Betrachtungsabstand die Längere Seite des betrachteten Bildes ist (einige Wissenschaftler sagen sogar die Diagonale ist der beste Betrachtungsabstand). Umgelegt bedeutet das bei DinA4 Bild ca 30cm. Da wir auch nur bis zu einer bestimmmten (Kleinst-)Größe einzelne Farbpunkte erkennen können, ist eine Megapunkte Anzahl pro Quadratzentimenter nicht nötig. Daraus folgt rechnerisch in Bezug zur Druckauflösung gesetzt, das ein Bild mit mit einer Druckauflösung von 8,2 Megapixel scharf und mit allen Details ist. Diese 8,2M werden auch bei größeren Ausdrucken nicht mehr, da wir ja einen größeren Betrachtungsabstand haben und auf grund dessen die Minidots auch nicht mehr erkennen können. Ein Mega Plakatwand am Haus hat auch nicht mehr, wir stehn da ja aber auch viele Meter weit weg. Nur wer bei großen Ausdrucken zu nah ran geht, erkennt die Pixelabstände, dann erkennt er aber nicht mehr das ganze Bild.
Das heisst zusammengefasst: Die Größe des Sensors ist entscheidend (im Sinne der Zentimeter Maße) im Zusammenspiel mit der Anzahl der Pixelsensoren. Ist dieses Zusammenspiel ausgewogen kriegen wir farbenprächtige Bilder ohne große Farbfehler.
Viele Megapixel lassen uns aber am Monitor schön reinzoomen und ich kann verlustfrei ein Bildausschnitt wählen und formatfüllend darstellen. Mehr aber auch erstmal nicht(Mir ist bewusst das sich das natürlich im Detail anders darstellt, aber hier ist die Aussage so erstmal ausreichend richtig). Das wiederum bedeutet das man mit einer üblichen 14Mio Pixel DSLR bestens im Consumer Bereich bedient ist. Wenn man aus einem geschossenen Foto heraus allerdings nur einen kleinen Teil davon auf DinA2 projezieren will , braucht man wieder doch mehr Pixel(siehe oben). Bei kleinen Kompakten rate ich sowieso zu deutlich weniger, da reichen 8-10 Mio Pixel, da die verbauten Sensoren super klein sind und ziemlich viel Interpolieren.
Wer es genau wissen will: Wikipedia
und
speziell für Kompakt Kameras eine gute Informationsquelle : 6mpixel.org

(Liebe Physiker und Foto Rechenkünstler betrachtet diese Aussagen als eine umgangssprachliche Kurzfassung und nicht als wissenschaftlich korrekte Ausführung.-Danke)
Sensor Größen:
sensor

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.