Radtouren

BUGA Radtour von Brandenburg nach Glöwen/Havelberge

Diese Radtour haben wir am 13./14.6 2015 abgeradelt. Insgesamt waren es 142km.
In nächster Zeit folgt der gesamte Bericht über die eigentlich sehr schöne Radtour wenn da nicht ein paar Ärgerlichkeiten wären. Die Fotos findet ihr oben unter Buga Radtour soooo:
Samstag den 13.6.2015 sind wir am Bahnhof Zoo in Berlin in den Regionalexpress nach Brandenburg/Havel gestiegen und bereits nach ca 40 Minuten in Brandenburg angekommen. Wir hatten uns im Vorfeld dazu entschlossen das erste Mal im Leben E-Bikes auszuprobieren und haben 2 Bikes bei Bugabike reserviert. Die Verleihstation ist in Brandenburg in einem Randgebäude direkt am Bahnhof untergebracht. Die Verleihstation besticht zu allererst durch den Charme der Provisorischen Einrichtung. Die beiden Mitarbeiter waren wirklich sehr nett und eigentlich hilfsbereit, aber leider waren Sie mit der Anmietung der 2 Bikes und die zu beachtenden Verleihregeln etwas überfordert bzw am Rande ihres Wissens über die Möglichkeiten bei den Bugabikes. Die Technische Einweisung der Räder erfolgte mit voller Manpower der beiden und war klar und verständlich. Der Chef drückte uns 2 große Kartons mit den Ladegeräten,Kabeln, und Ladestation in die Hand mit dem Kommentar die müssten wir mitnehmen – es geht nicht anders-. Das Problem ist nur das diese Kartons fast eine ganze Ortlieb  Satteltasche ausfüllen, die man ja nicht mal eben leer dabei hat. So mussten wir uns vor Ort noch eine Satteltasche für 5€ ausleihen(ein Gück hatten wir jeweils nur eine Satteltasche am Rad, lustig wäre es gewesen wenn wir voll bepackt gewesen wären.). Dazu später mehr.
Die Bikes bepackt
Ein Tip zu den Satteltaschen ist das man unbedingt für die Leihfahrräder die breiten/dicken Aufnahmen an den Taschen braucht, sonst kannst es sehr eng werden mit der Befestigung.
Die Buga E-Bikes sind Kalkhoff Bikes mit Bosch Mittelmotor und unterstützen den Radler in 3 Leistungsstufen bis max 25km/h beim Treten. Eine Anschubhilfe ist nicht verbaut, aber stabile Gepäckträger und Ständer. Die Schaltung ist eine 8 Gang Nabenschaltung, die Bremsen sind klassische V Brakes. Die Vordergabel ist mit einer 63mm Federgabel ausgestattet. Es gibt die Bikes auch nur in der oben abgebildeten Version.

Nachdem wir uns noch schnell von den netten überforderten Jungs den schnellsten Weg zum Beginn des Buga Radweges erklären ließen gingen wir bei noch strahlendem Sonnenschein auf Tour. Die ersten paar Kilometerchen in Brandenburg City dienten zum kennenlernen der Ebikes und zur Feinjustierung der Sättel und Lenker. Leider war bei meinem Fahrrad der Wurm drin. Es begann mit einer Sattelstütze die sich nicht gänzlich feststellen lies (im übrigen sind es gefederte Sättel), sodas sich bei jfast jeder Drehung des Oberkörpers der Sattel sich etwas mitdrehte -ärgerlich aber händelbar-. Nach kurzer Zeit waren waren wir bereits auf einem guten Radweg der immer schön entlang eines Sees(bzw Seenkette: Quenzsee, Breitlingsee, Mösersche See, aber eigentlich ist das nur ein Großer)  führte oder auch durch angrenzende Waldstücke. Bei diesen welligen Passagen konnte der EMotor das erste Mal im ECO Modus zeigen das er unterstützt, aber nur wenn man entsprechend in die Pedale tritt, also nur Knöpchen drücken und ab geht die Luzie ist nicht. Der Lerneffekt über die Funktionweise des Motors war also schon nach 6km da( Also doch keine faule Radtour, sondern ganz normal radeln). Mein Bike entwickelte in der Schaltung ein gewisses Eigenleben, d.h. ab dem 5ten Gang rauschte das Ritzel mal eine viertel oder halbe Umdrehung durch was zu lauten beängstigem Krachen im Getriebe führte. Am Anfang noch der Gedanke an das falsche Einsetzen der verschiedenen E-Motor Modi fuhr ich also beindruckt aber unbeeinflusst weiter. Diese Geräuschkulisse und zerstörerische anzuhörende Geräusch verfolgte uns nun den ganzen Tag.

Schon bald erreichten wir die erste Ortschaft, nämlich das ‚berühmte‘ Kirchmöser. Eine ehemaliges Zentrum der Schwer Industrie und Eisenbahnzentrum. Ehemalige Fabrikarbeiter Häuser und alte Fabrikhallen waren nett anzusehen und waren zum großen Teil restauriert.
Von ehemaligen 6000 Arbeitern ist natürlich heute nur noch ca 1 Zehntel beschäftigt. Hier mussten wir das erstemal mit unserem Navi beschäftigen, weil die Beschilderung des Buga Radweges in der Ortschaft nicht mehr vorhanden war. Ein freundlicher Mitbürger erklärte uns den weiteren Weg.
Ein Ort mit Geschichte:
DampflokMitten im Ort geparkt: eine DampflokEin seltener Kegelbunker aus dem 2.WW

Am NordtorTeil der alten Weichfabrik
Über eine Landstraßen Brücke ging es weiter und wir befanden uns auf einmal in einem Schloßpark: dem Plauer Schloßpark. Zuerst staunten wir über den alten Tontauben Schießplatz am See:

An diesem Tage fand im Park eine Aktionstag statt mit örtlichen Künstlern mit dem Titel: Wir machen Blau.
Eins der Kunstobjekte

Weiter gings krachend durch den Park zum Plauer Schloß, dessen Zustand als traurig zu bezeichnen ist, aber das gewisse etwas immernoch besitzt. Freilaufende Hühner am Schloß und eingezäunte Schafe runden das Bild dort ab. Im Übrigen ist es doch ein Hotel.
Nachdem wir danach etwas den Weg suchten ging es entlang der Havel auf gut ausgebautem Grund weiter nach Havelsee, wiederum Über eine kleine Brücke nach Pritzerbe. Dort hatten wir einen Kilometerstand von ca 32km erreicht. Im Ort mussten wir wieder mal uns per Navi orientieren, weil auch hier wieder die Beschilderungen zur Buga Route fehlten. Nach einiger Verwirrung war dann klar das wir mit einer kleinen Kettenfähre über die Havel setzen müssen um den Buga Radweg weiter zu verfolgen. So langsam fingen die fehlenden Schilder an zu nerven. Weiter ging es an Feldern entlang

mit vielen Störchen und mitten im Dorf ein NestDSC_2624storchnestbig über Bahnitz zum Milower Land(Km 40).
Irgendwo zwischen hier und Milow war wieder die Beschilderung so toll, das wir uns absolut sicher waren wo wir langfahren. Allerdings war das ein Irrtum. Wir fuhren mit einem Male abseits der Strecke und landeten in Premnitz. Dort mussten wir feststellen das wir verkehrt sind und fuhren schnell die 6km zurück zum eigentlichen Bugaweg(wiederum half uns ein Ortsansässiger den richtigen Weg zu finden) Nun fingen uns die fehlenden Schilder zum ersten Mal an richtig zu ärgern und mein geliehendes Bike krachte immer noch fröhlich vor sich hin. Über Bützer und Bohne ging es weiter über wirklich guten Strecken Richtung Rathenow. Immer mal wieder haben wir uns Regenjacken übergestreift mit dem Ergebnis das wir sie kurze Zeit später nicht mehr brauchten. Es war zu dem Zeitpunkt auch immer wieder mal ein Donnergrollen zu hören und hinter uns stand eine schwarze Wolkenwand, aber weit weg und dem Anschein nach auch wegziehend.
Ein wirklich landschaftlich schöne Strecke mit vielen kleinen Stilleben.
Wir erreichten Rathenow gegen 16Uhr und wollten uns nun eine kleine Erfrischung gönnen aber aber eine direkt an der Schleuse gelegende Gastronomie hatte erst wieder ab 17 Uhr geöffnet, so das wir weiterradelten und einen noch besseren Gasthof direkt am Sportplatz fanden(Am Schwedendamm). Hier gab es Spargel satt und der Ausblick war einfach toll. Und hier erwischte uns dann das Donnergrollen mit aller Heftigkeit. Innerhalb von 30 Sekunden wurde aus einem Regentröpfeln ein regelrechter Hagelsturm der die Gasthaus Terrasse verwüstete und in Rathenow Riesenschaden verursachte. Auf dem Buga Gelände wurden extrem viele Bäume ungeworfen und ein Buga Besucher erlitt tödliche Verletzungen. Wir konnten uns zwar nass aber sicher in den Gasträumen in Sicherheit bringen und warteten das Unwetter ab, das auch nach ca 20min schon wieder vorbei war. Unseren Fahrrädern ist zum Glück nichts passiert und radelten wir erstmal zum vorgebuchten Hotel am anderen Ende der Stadt und bezogen Quartier. Hier hatten wir einen Kilometerstand von 67km erreicht.
Bis hierhin eine gut ausgebaute Strecke mit wenigen nötigen Kilometern Landstraße. Allerdings sollte man gleich ein paar mehr Kilometer Landstraße einplanen da es fast unmöglich erscheint durch die fehlende Beschilderung des neuen Bugaradweges sich nicht zu verfahren. Die Verantwortlichen schaffen es mitten in der Wallachei einen perfekten Schilderbaum zu installieren, aber sowie man eine Wegkreuzung in Dorf/Stadtnähe erreicht sind die die Schilder alle weg und fröhliches rätseln ist angesagt.

Manchmal(aber nur manchmal) sieht es so aus:

In Rathenow heben wir noch eine kleine Stadtour am Abend unternommen und viele Sturmschäden gesehen. Das Jubiläumsfest vor der Kirche das den Sieg über die Schweden im 30 Jährigen Krieg feierte war ebenso vom Sturm betroffen. Danach gab es den Absacker am Hafen mit malerischem Ausblick.

 

wird fortgesetzt.